Um was geht es?

Ältere oder junge Menschen, Geflüchtete oder Menschen mit niedrigem Einkommen, die im ländlichen Raum leben, haben oft keine Autos und der öffentliche Verkehr fährt vielerorts nur sehr selten und so sind Besorgungen und Teilhabe am sozialen Leben schwierig.

Genau hier setzen die MobilitäterInnen an.

Viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner fahren täglich alleine in ihren Autos. Es kostet kaum Zeit und kein Geld, auf diesen Strecken jemand anderen mitzunehmen. Man lernt seine Nachbarn kennen und schont die Umwelt.

Alte Tradition – neu erfunden

NachbarInnen mitzunehmen oder bei jemandem mitzufahren war in früheren Zeiten eine feste Tradition in ländlichen Regionen. Eine kleine Hilfe, die man selbstverständlich angeboten hat. Durch die MobilitäterInnen wird das Auto wieder als ein Ort der Begegnung entdeckt. Und wo Begegnung stattfinden darf, passiert Integration. Die MobilitäterInnen sind ein wachsendes Netzwerk von Freiwilligen in Tirol.

Wer sind die MobilitäterInnen?

Die MobilitäterInnen sind ein Netzwerk, das in den Dörfern Tirols entsteht und sich von dort aus verbreitet. Jeder kann sich beteiligen, unabhängig von Religion, Geschlecht, Aufenthaltsstatus oder Herkunft. Jeder kann eine MobilitäterIn sein.

Viele Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner fahren täglich mit ihren Autos: zum Einkaufen, in die Arbeit, zu Freunden, zum Sport. Es kostet kaum Zeit und kein Geld, auf diesen Strecken jemand anderen mitzunehmen.

Ältere oder junge Menschen, Geflüchtete oder Menschen mit niedrigem Einkommen, die im ländlichen Raum leben, haben oft keine Autos zur Verfügung und sind dadurch in ihrer Mobilität sehr eingeschränkt. Notwendige Besorgungen, zwischenmenschlicher Kontakt und kultureller Austausch sind so nahezu unmöglich.

Viele Menschen möchten gerne helfen, wissen aber nicht genau wie. Bei diesem Projekt ist es einfach: Man macht seine Autotür auf und nimmt jemanden für eine kurze Zeitspanne ein Stück des Weges mit.

Die Geste, seine (Auto-)Tür zu öffnen, jemanden einsteigen zu lassen und mitzunehmen, ist ein Akt gelebter Gastfreundschaft, gelebter Nächstenliebe.

Durch das Netzwerk der MobilitäterInnen gewinnen beide Seiten:

  • Gemeinsam anpacken und konkrete Veränderung schaffen
  • Offenheit gegenüber „Fremden“
  • Neue Bekanntschaften und Freundschaften
  • Gemeinsamkeiten und Potentiale entdecken
  • Mehr Mobilität für Geflüchtete, PensionistInnen, MitbürgerInnen ohne Führerschein oder PKW
  • Weniger Isolation
  • Begegnung und interkultureller Austausch
  • Umweltschutz und bessere Nutzung von Ressourcen durch Fahrgemeinschaften
  • Vorbild für andere Dörfer
  • Helfen und nicht nur darüber reden

Mitmachen ist einfach, es braucht nur ein bisschen Mut.

Wo findet man die MobilitäterInnen?

Das Netzwerk der MobilitäterInnen ist eine Bürgerbewegung, entstanden aus dem Bedürfnis im Kleinen etwas zu verändern, dort wo man lebt.

Es ist ein Langzeitprojekt, das sich schrittweise in Tirol aufbaut.

Zwei Dörfer starten mit der feierlichen Einweihung der Aktionsbänke und Aktionstagen, die zum mitmachen einladen am 30. und 31.3.2017.

Link zum Aktionstag in Reith bei Seefeld Aktionstag in Reith bei Seefeld

Link zu den Aktionstagen in Oberperfuss Aktionstage in Oberperfuss

Nachbarn ohne Autos mitzunehmen oder bei anderen mitzufahren war in Zeiten, in denen noch nicht jeder ein Auto hatte, eine feste Tradition in den abgelegenen Teilen des Landes. Eine Notwendigkeit, die niemand hinterfragt hat. Eine kleine Hilfe, die man selbstverständlich gewährt hat.

Woran erkennen sich die MobilitäterInnen?

Mitfahrbänke

Das Herzstück der Unternehmung MobilitäterInnen sind die Mitfahrbänke, die in den Partnergemeinden und in Innsbruck an zentralen Stellen stehen.

Jede, Jeder, der in die Stadt und zurück muss, kann die Bank nutzen.

Wer hier wartet, signalisiert: Mitfahrgelegenheit gesucht! Alle Bänke können gut und sicher angefahren werden und sind durch ihre orange Farbe leicht erkennbar.

AutofahrerInnen brauchen für die private Mitnahme in ihren Autos keine zusätzliche Versicherung, eine normale Haftpflichtversicherung reicht aus, egal woher die MitfahrerInnen kommen. (laut ÖÄMTC 2017)
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Die vielfältigen Begegnungen von FahrerInnen und BeifahrerInnen an den Bänken sind der Puls, der das Netzwerk der MobilitäterInnen belebt und weiterträgt.

Mitfahrbänke gibt es mittlerweile in vielen abgelegenen Gemeinden in Österreich und Deutschland, und es werden immer mehr. Das Angebot richtet sich selbstverständlich an alle Menschen, die kein eigenes Auto besitzen. Egal ob PensionistInnen oder neue DorfbewohnerInnen.

Wo finde ich Mitfahrbänke?

Die Standorte der zwei Mitfahrbänke in Oberperfuss und Reith bei Seefeld sind an strategisch wichtigen Verkehrspunkten im Dorf.
Die Mitfahrbank in Innsbruck ist an der Olympiastrasse.

Mitfahrbänke in Oberperfuss

Mitfahrbänke in Reith bei Seefeld

Mitfahrbänke in Innsbruck

Mobile Haltestellen

Manche Fahrgäste tragen als weithin sichtbare Erkennungszeichen orange Regenschirme oder orange Stoffbeutel. So können FahrerInnen auch entlang der Strecken gleich erkennen, wenn jemand mitgenommen werden möchte.


Die Schirme und Beutel reflektieren in der Dämmerung und erhöhen so die Sichtbarkeit und Sicherheit der Passanten, der Schirm schützt zudem vor Wind und Wetter und der Beutel dient als wiederverwertbare Einkaufstasche!

Aufkleber, Infoblatt, Social Media

Aktive FahrerInnen können ihre Autos mit Hilfe von MobilitäterInnen-Aufkleber kenntlich machen. Aufkleber bekommt man bei Veranstaltungen des MobilitäterInnen Netzwerks, von den Fahrgästen und in den Flüchtlingsheimen. Größere Mengen verschicken wir auch gerne mit der Post.
Link zum Bestellformular Link zum Bestellformular

 

Infoblatt Hier kann man sich das Infoblatt herunterladen (pdf, 670 KB).
 
 

Bitte weitersagen! Ältere Menschen sind vielleicht nicht so aktiv im Internet und wer neu in Österreich ist, hat kein Netzwerk und wenig Kontakte. Hilf mit, dass sich das ändert. Teile die Seite mit deinen Freunden und anderen DorfbewohnerInnen.

Um das Netzwerk bekannt zu machen und zu erklären, wie einfach es ist, gibt es kurze Filmclips, ein Infoblatt und diese Website in mehreren Sprachen.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, durch das Tragen der Beutel und Verteilen der Aufkleber und Informationshefte auf das Projekt aufmerksam zu machen.

Wer hat das Netzwerk begonnen?

Die MobilitäterInnen sind eine Initiative von TirolerInnen, die in ihrer unmittelbaren Umgebung etwas verändern wollen. KulturarbeiterInnen und engagierte TirolerInnen arbeiten unter der Leitung der Künstlerin Carmen Brucic zusammen um dieses Netzwerk möglichst gut, unterhaltsam und lustvoll zu erzählen, und damit noch viele weitere Menschen zu motivieren.

Das Netzwerk ist ein Pilotprojekt und soll mit den gesammelten Erfahrungen und Ergebnissen Vorbild für weitere Dorfgemeinschaften werden, und verbindende Kreise ziehen. Die Zukunftsperspektive dieser Unternehmung richtet sich darauf, ein sich selbst organisierendes, vernetzendes, soziales Kulturprojekt zu sein.

Die MobilitäterInnen sind ein Siegerprojekt von Link zu Kunst im Öffentlichen Raum Kunst im Öffentlichen Raum 2016 und werden vom Link zum Land Tirol Land Tirol gefördert.

 

Das Kernteam

Carmen Brucic / Künstlerische Leitung
Joana Frühmorgen / Dramaturgie und Text
Markus Weberberger / Website
Katharina Cibulka / Film
Tobias Frühmorgen: Schnitt
Christoph Pirker / Zeichnungen
Günther Hofer / Grafik
Laura Marberger / Helferlein

Wir möchten uns bei den unzähligen freiwillige HelferInnen und UnterstützerInnen bedanken in den Gemeinden, Geflüchtetenheimen und Freundeskreisen der Geflüchtetenheime!
Im speziellen bei Christoph Nussbaumer, Martina Lechner, Ingrid Jenewein und Vera Jäger.

Ebenso bei unseren Freunden und freiwilligen MitarbeiterInnen für Ihre Zeit, ihre Aufmerksamkeit und ihre Schubkraft beim Aufbau des Netzwerkes!

Förderungen und Kooperationen

 

Gefördert vom
Land Tirol

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Eine Kooperation mit:
Tiroler Soziale Dienste GmbH

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